In Giornico zu rasten ist an sich schon ratsam. Um im Grotto Dei Due Ponti lecker zu essen, um sich eine der sieben Kirchen anzusehen (San Nicolao) oder einfach, um durch das hübsche Dorf am und im Ticino-Fluss zu spazieren. Hier an historischem Ort, mitten in der Leventina, ist auch eine Kunststätte von berückender Ausstrahlung zu finden:  La Congiunta.

Peter Märkli (Architekt, geboren 1953) hat ein kongeniales architektonisches Werk für Reliefe und Skulpturen seines engen Freundes Hans Josephsohn (Künstler,1920 – 2012) entworfen und gebaut. Es liegt am Ende des Dorfes, dort wo sich das Tal verengt und sich die schmale Zugangsstrasse entlang den Reben, dem Fluss und der Hauptstrasse allmählich im Wald verliert.

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Mitten in einer Wiese liegt es da: die Hülle aus Beton, stufenförmig angeordnete Körper, bronzefarbene Oberlichter, Schmutzwasserläufe an den Wänden, strahlend. Wer den Schlüssel in der Osteria Bar Giornico abgeholt und in der Hand trägt, sucht nach der Eingangstür. Es ist, als öffnete sich ein Tresor, ein Tresor aber, in dem nicht (Kunst-)Werte verborgen gehortet, sondern in einer wunderbar grosszügigen Geste allen zugänglich sind.

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Hans Josephsohns Arbeiten kontrastieren optisch mit der Strenge Märklis Architektur. Auf den zweiten Blick zeigt sich jedoch die Seelenverwandtschaft der beiden Freunde. Märklis Haus ist ein Splitter der Transitachse (Beton), ebenso wie sakraler Bau (die Kirchen im Dorf, Orte der Besinnung). Josephson und Märkli hinterlassen gleichermassen Werke höchster Konzentration und konzeptioneller Klarheit. Ein unerhört spannender Dialog eröffnet sich an magischem Ort.

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Raumaufteilung:

1. Raum, ca 40 qm

2. und 3. Raum je ca. 100 qm

Dem 3. Raum sind 4 Anbauten zu je ca.9 qm angegliedert.

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Werkaufstellung:

1. Raum 6 Reliefs um 1950

2. Raum 8 Reliefs und 3. Raum 4 Reliefs (alle 1965 – 1975) und 3 Halbfiguren (1991)

Anbau 1 – 3 je 3 Reliefs 1965 – 1975, Anbau 4 Reliefs um 1985

Peter Märkli hat immer wieder Arbeiten von Josephson in seine Bauten integriert. Der Dialog findet nicht nur zwischen zwei herausragenden Künstlern unserer Zeit, sondern immer auch in der Kombination derer Werke statt.

Mehr zu Hans Josephsohn im Link und im Filmporträt von Matthias Kälin und Laurin Merz

Mehr zu Peter Märkli in diesem Link und hier

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