Seit Urzeiten versuchen Menschen ihre Umwelt, ihre Wünsche und Erfahrungen abzubilden und damit sichtbar zu machen. Sie tun dies anfangs aus Dankbarkeit, Verehrung, zur Huldigung oder  – so wie heute – auch zur Selbstvergewisserung oder Selbstdarstellung.

In Zeiten millionenfach erzeugter digitaler Serienbilder scheint es mir besonders reizvoll, mich wieder der Langsamkeit der zeichnerischen Darstellung zu vergewissern. Zeichnen ist Sehen. Es wird verständlich, „dass Wahrnehmen kein Vorgang passiven Registrierens, sondern aktiven Verstehens ist und dass dieses Verstehen erst durch die Schaffung bestimmbarer Formen möglich wird“ (Rudolf Arnheim, „Die umgekehrte Perspektive und das Axiom des Realismus“).

Hier einige Arbeiten aus meiner alten Zeichnungsmappe. Die zwischen die Zeichnungen gesetzten Quotes stammen von Alberto Giacometti, zitiert aus dem Buch „Alberto Giacometti – Ein Portrait“ von James Lord.

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„Lach nicht. Ich sollte eigentlich meine Modelle nicht zum Lachen bringen“.

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„Es geht sehr schlecht voran, mein Freund. Aber was macht das schon? Es besteht sowieso keine Hoffnung, das Bild zu vollenden.“

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„Dein Kopf verschwindet. Er verschwindet völlig.“

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„Zeichnen ist die Grundlage von allem. Aber die Byzantiner waren die einzigen, die zeichnen konnten. Und noch Cézanne. Sonst niemand.“

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„Ich habe dich. Du kannst mir jetzt nicht mehr entfliehen.“

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„Als ich jung war, dachte ich, ich könnte alles machen. Und dieses Gefühl hielt an, bis ich ungefähr siebzehn oder achtzehn war. Dann erkannte ich plötzlich, dass ich nichts konnte, und ich fragte mich, warum? Ich wollte den Grund herausfinden. Das hat mich seitdem zur Arbeit angetrieben, besonders das Verlangen, herauszufinden, warum ich einfach nicht das wiedergeben kann, was ich sehe“.

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Sämtliche Zeichnungen von cuirhomme, enstanden zwischen 1982 (Debbie Harry) und 1990 (Akte und Vogel).

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