Das Kunstmuseum in Winterthur zeigt Druckgrafik und Multiples von Richard Hamilton. Das Museum besitzt die einzige Sammlung dieser Art und ermöglicht damit eine einmalige Begegnung mit Hamiltons Schaffen.

Drucken ist Vervielfältigen. Ob zig-tausendfach als Pressebild oder in Kleinauflage als Lithographie. Richard Hamilton begann in den 1930-er mit Kaltnadel-Radierungen zu arbeiten. Sein Motiv war anfangs die menschliche Figur. Das Interesse für gesellschaftliche Veränderungen und technologische Revolutionen konnte sich aber auch in einer Serie von Mähdrescher-Radierungen manifestieren.

Eine Collage von 1956 gilt als Ikone der Pop-Art. Damals untersuchte Hamilton die Phänomene des Massenkonsums. Auf der Suche nach idealen Repräsentationstechniken arbeitete er mit Lithographie oder Siebdruck bis hin zu neuester Computerechnologie.

.

Richard Hamilton mit Kurt Zein in Wien (1)

.

Hatte sich für ihn ein Thema erschöpft, konzentrierte sich Hamilton auf neue Fragestellungen. Oft einher gingen damit  neue technische Verfahren, mit denen er seine Bilder schuf.

„Die Aufgabe des Künstlers bestand seit jeher darin, aus einer veränderlichen, chaotischen Welterfahrung Elemente zu isolieren und diese zusammenzustellen. Indem der Künstler Ordnung, Kohärenz, Stabilität aus dem Fluss des Lebens schafft, stiftet er eine Ikone“. (Richard Hamilton, Katalog Kunstmuseum Winterthur)

Die folgenden Bearbeitungen sind als Huldigung Richard Hamiltons und Zitat gleichermassen zu verstehen. Es sind am Computer bearbeitete Collagen, zusammengetragen aus Fotografien der Sonntagspresse (Anfang März 2012). Klick auf das Bild zum vergrössern:

.

.

Am 13. September 2011 starb Hamilton 89-jährig. Hier der Nachruf von zeitonline. Und hier der Wikipedia-Eintrag zu Richard Hamilton.

Die Ausstellung in Winterthur dauert noch bis 28. Mai 2012. Im Museums-Kiosk ist ein feiner, aufwendig zusammen gestellter Katalog erhältlich. Ausserdem sehenswert: die Präsentation neuer Malerei aus der Sammlung…

Informationen zu Richard Hamilton auf Wikipedia.

.

(1) Abbildung aus dem Katalog des Kunstmuseums Winterthur

.

.

Advertisements