Besessen von Besitz. Aufgetürmte Waren überall. Menschen verstellen in ihren Wohnungen die Wände mit mehrlagig gefüllten Regalen, bunkern Gegenstände und sich selbst. Vier „Hoarders“ zeigt  Martin Hampton in seinem kurzen Dokumentarfilm „Possessed“.

So wie die „Hoarders“ ihre Gegenstände aufreihen, so tut dies Martin Hampton mit den Bildern – in fixen Einstellungen oder ruhigen Schwenks summieren sich die Waren, während die Protagonisten im Off – hin und wieder auch vor der Kamera im Bild – erzählen. „You’ve got no choice but to buy it…“  Auch wenn wir nur Ausschnitte sehen, breiten sich die Sammel-Universen eindrücklich vor uns aus.

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Martin Hampton, „Possessed“ (2008)

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Die nüchterne Aneinanderreihung der Einstellungen verstärkt den beklemmenden Eindruck. Die ruhig beobachtende und die Objekte „aufzählende“ Kamera ohne Einmischung oder unnötitge Dramatisierung duch Musik und Effekte – nichts lenkt hier ab. Die Menschen mit ihren Obsessionen prägen den Film. Die Waren und ihre Anordnung (oder Unordnung) beginnen selbst zu erzählen und charakterisieren ihrerseits die „Hoarders“, den Kontrollierten (CONTROL), den Unterwürfigen (SUBMISSION), die Blockierte (STASIS), den Verlassenen (ABANDON)  – so die Zwischentitel.

Insgesamt ermöglicht dieser Film einen unverstellten Blick in die Welt von „Messies“. Und seit ich den Film gesehen habe, denke ich darüber nach, wie sehr wir selber zu „Digital Messies“ werden… mit unseren angefüllten Festplatten, Follower-Sammlungen und Multitasking-Infarkten.

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