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Februar 2013

Kein Kommentar

„Kein Kommentar.“ Der ältere Herr winkt ab. Dazu will er sich nicht äussern. Zu peinlich ist ihm die Angelegenheit. Er will seinen Ruf nicht noch mehr schädigen. Ja, es geht um Kopf und Kragen. Rainer Brüderle entzieht sich der Schlinge. Ein Politprofi hält die Luft an angesichts der Protestwelle, die über ihn schwappt. Provokationen, Fehltritte, Skandale… werden sie öffentlich sprudeln Reaktionen. Kein Wunder kein Kommentar.

Während der Aufschrei-Debatte wurden zehntausende Tweets durchs Netz gepumpt. Der zielgenau lancierte Artikel einer Stern-Redaktorin über die plumpe Anmache eines Parteichefs und Lüstlings löste in Internet-Muskeln gewaltige Kontraktionen aus. Es waren Ausnahme-Zuckungen. Der Normalzustand ist eher entspannt, ja Lähmung… die völlige Stille der Long-Tail Galaxie.

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Herausragend Leben

Ich zitiere nachfolgend Geert Lovink. In „Zero Comments“ befasst sich Lovink unter anderem mit der „Krise der Neue-Medien-Kunst“. Die folgende Passage stammt aus dem Kapitel „Ein motivierendes Kunst-Intermezzo“ (Seite 93). Er beschreibt aus meiner Sicht sehr treffend aktuell vorherrschenden Machbarkeits-Glauben, die verbreitete Tendenz zur Selbstoptimierung und – paradoxerweise – Selbstverachtung. Allumfassende Nutzenorientierung und Nihilismus gehören zusammen. Kapitalistische Vermarktungsimperative durchdringen sämtliche Lebensbereiche. Leben, um herauszuragen. Das ist das Zeitalter, das Geert Lovink beschreibt:

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Objets bricolés

Da ist Mama. Und das da ist der Papa. Das Kleinkind geht Objektbeziehungen ganz selbstverständlich ein. Zwangsläufig, müsste man sagen. Bald zweifelt das Kind, ist frustiert oder neugierig und beginnt den Ablösungsprozess, in dem es sich Übergangsobjekten zuwendet. Das unbefriedigte Kleinkind streckt die Fühler nach der Welt aus und entdeckt. Ein Tisch ist ein Tisch. Da ist ein Stuhl. Warum aber ist ein Stuhl ein Stuhl? „Natürlich“: Mutter hat es gesagt. Es gibt eine Sitzfläche, Stuhlbeine, vielleicht eine Lehne. Und warum ist ein Computer ein Computer, eine Nachricht eine Nachricht oder was macht Coca Cola zu Coca Cola? Zum Glück sind wir uns mehr oder weniger einig, stimmen überein in der Bedeutungsordnung der „Dinge“.

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