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März 2013

Mach dir kein Bild

„Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.“ (2. Buch Mose, 20,2–17)

Um 1420 malt Masolino di Panicale in der Chiesa di San Fortunato in Todi das Fresko „Madonna con Bambino e due Angeli“.  Die Freskenmalerei ist sehr aufwändig, verlangt präzise Vorausplanung. Schicht für Schicht trägt Masolino mit seinen Assistenten die Farbe auf. Knapp 600 Jahre später fotografiert jemand Ausschnitte des Freskos und druckt davon Postkarten. Zwei von diesen Postkarten kaufe ich mir. Auf der einen ist eine Madonna abgebildet, eine zweite zeigt einen Engel.

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Schock und schwere Not

„Mein Sohn hat was ausgefressen, er braucht Bestrafung“. Der Mann schlägt seinem Kind mehrmals mit der Faust ins Gesicht, bis der Kleine umfällt. Von einem Streich aufgeschreckt, rennt eine junge Frau aus ihrer Wohnung auf die Strasse. Ein Auto überfährt sie. „Streich ging schief! Frau stirbt“  lautet lapidar die Überschrift. Zwei Youtube-Videos unter vielen!

Menschen schlagen, Menschen quälen, Menschen sterben und Menschen stellen die Aufzeichnungen davon ins Netz. Putzig horrible Pleiten-, Pech- und Pannen-Videos sind das nicht. Es sind die „Gesichter des Todes“die uns erschrecken. Anders als die Video-Reihe aus den 1980-ern, sind die Filme heute nicht mehr indexiert und verboten.

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Filmreise

Ein Film von einer Reise in den Westen der USA. Ein Film über Wahrnehmung, Erinnern und das, was immer wieder dazwischen liegt…

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filmREISEfilm – eine elektroakustische Reportage

Den Blog-Post zur Reise mit ausführlichem Text findet ihr hier.

Bild, Ton, Text: cuirhomme, David Lynch, Final Cut Pro, Reaktor5, GarageBand, Sony

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Zukunftsmusik

Mit Musik lässt sich kein Geld mehr verdienen? Promotions-Ereignisse wie die Swiss Music Awards lassen etwas anderes vermuten. Mit derlei antiquierten Anlässen hält die Musikindustrie an überholten Rezepten fest, belohnt (oder überschüttet – je nach Standpunkt) die von ihr in den Markt gepumpten Eintagsfliegen und langjährigen Musik-Krampfer mit ein paar Minuten unterbelichtetem Glamour. Vor allem aber wird versucht, an längst verblichenen Blütezeiten der Pop- und Rockstars festzuhalten. Und an den einst sprudelnden Einkünften der Platten- und CD-Verkäufe.

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Das Ferngespräch

Ich stehe in der Gondel einer Luftseilbahn und spüre in der Hosentasche das vibrierende Handy. Irrtum; es ist die zitternde Eisenstange, an die ich mich anlehne. Ein phantasiertes Phantomvibrieren sozusagen… Der Körper von Menschen, die kein Handy auf sich tragen, registriert Phantomvibrationen. Ein Phänomen, das offenbar immer öfter auftritt. So sehr haben wir uns an diese Geräte gewöhnt, dass wir sie geradezu als Körperteil wahrnehmen.

Vergegenwärtigen wir uns anhand eines Auszugs aus einer Kurzgeschichte von 1948, was es bedeuten konnte, ein „Ferngespräch“ führen zu wollen:

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