Bilder schreiben. Dies vermag der Schriftsteller Klaus Merz, wenn er vom Maler Heiner Kielholz berichtet. Als ob Klaus Merz selber den Pinsel führen würde, beschreibt er des Malers Werk(en) und darüber hinaus den Menschen darin und dahinter. Aufregend! Das kann Sprache, geschriebene Sprache… Hier ein Ausschnitt:

„Er malt „Brettchen“, auf die er in einem Hinterhof gestossen ist und die ihre Farbe verlieren, arbeitet unter der Hand an kleinen, diesen Blättern verwandten Objekten. Die Reflexion über den eigenen schnellen Verschleiss schwingt unaufdringlich und gelassen mit in dieser schütteren Monochromie, in der kargen Dreidimensionalität, durch die, wie bei seinen anderen Themen auch, immer eine tiefe Melancholie heraufscheint. Sie wird nicht zelebriert, ist einfach da.

„Boden“ nennt er seine Blätter, die den Anschein von konkreter Malerei erwecken. Aber Kielholz entwickelt auch bei dieser „geometrischen“ Arbeit nicht aus der Berechnung, sondern aus der Mitte des Bildes selber heraus wieder jenen eigenartigen Sog, der uns schon von seinen gegenständlichen Arbeiten her vertraut ist. Und kommt uns noch einmal von einer anderen  Seite her entgegen. Still. Stetig. Und unterwegs. – Auch wenn in letzter Zeit manchmal nur noch die Kalligraphie eines Ortes übrigbleibt. „Klagenfurt“ etwa, habsburggelb, grau und braunrot aufgeladen. Oder die Schrift-Züge nehmen den Maler im Lauf seiner sehr persönlichen „Buchhaltung“ von Gesehenem, Gedachtem und Erlebtem noch weiter mit sich fort.

Gegenstand von Heiner Kielholz‘ Bildern aber bleibt, so oder so, immer auch die Malerei selbst. Und da wagt er sich halt in jüngerer Zeit wieder vermehrt bis an ihre Ränder hinaus. Er kann sich diese Grenzgäng leisten, da er die umliegenden Länder kennt.“ (aus: „Der Mann mit der Tür oder Vom Nutzen des Unnützen“, Klaus Merz, Haymon Verlag)

Heiner Kielholz zum Anschauen.

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