100 Mal hingeschaut. 100 Mal ausgestellt. Jeden Tag lade ich 5 Sekunden gefilmten Lebens ins Netz, 5-sekündige Ausschnitte dessen, was ich gesehen oder getan habe. 100 Tage sind vergangen seit dem 9. April 2013. Die ersten 100 Schnipsel – jeweils gekürzt auf 1 Sekunde – sind in diesem Video-Beitrag komprimiert. Ich poste, also bin ich…

100 Tage plus Bonsumaterial

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Erlebe ich, um zu posten oder poste ich, was ich erlebe…? Das ist für mich die zentrale Frage, die ich mir ständig stelle. Die Grenzen zwischen virtuellem Leben und realem Leben verschwimmen, das eine wirkt hinein ins andere. Was bleibt von mir, wenn ich mehr und mehr als Visualisierung meiner selbst existiere? Führt das irgendwann zu Identitätsverlust oder -gewinn? Was geschieht da, wenn ich Teile meiner Identität an kommerzielle, nicht zu überschauende Organisationen sende…? Organisationen oder Akteure, die über offene Programmierschnittstellen (application programming interfaces, kurz API), wiederum an meinen inneren Organen operieren können?!

„In diesem technosozialen Reich erleben wir ein fliessenderes Verständnis von Gegenwart gegenüber Subjektivität, Kommunikation und dem Körper. Die Art und Weise, wie wir uns „entscheiden“, unsere Profile upzudaten und Inhalte hochzuladen, verbindet uns mit einem Datenstrom, der die zeitlichen und räumlichen Grenzen unseres Körpers überrollt.“ (Social Networks: Erziehung zur Immateriellen Arbeit 2.0″, Mark Coté / Jennifer Pybus in „Generation Facebook“).

Sämtliche Videos, laufend aktualisiert bis zum 9.4.2014 sind hier zu finden. Und der Blogpost zum Projekt 365/5 ist hier nachzulesen.

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