Nicht lange her, da schämte sich in den Boden, wer in der Kulturbeiz die Imperialistenbrause Coca Cola bestellte oder den Gästen daheim Mineralwasser von Nestlé in die Gläser füllte. Die Fichenaffäre hätte vor rund 20 Jahren beinah eine Staatskrise ausgelöst. Heute jedoch regt die ungehemmte Bespitzelung durch Geheimdienste kaum mehr auf. Wenn Menschen die Namen von Kleidermarken in riesigen Buchstaben auf der Brust tragen (Brand-, sprich Bränd-Zeichen) und junge Frauen und Männer im Umherkaspern und -lölen als TV-Moderator ein erstrebenswertes Berufsziel sehen, dann gibt man sich wohl auch sonst für allerlei Schauerliches her. Irgendwelche moralisch-ethischen Einwände? Pustekuchen!

Nach dem Zuckerbrot die Peitsche: wordpress.com drückt mir neuerdings ungefragt Werbung in die Artikel und befördert mich damit zum Sandwichmann! Immerhin informiert mich die Plattform, dass „…einige Besucher von Zeit zu Zeit eine Werbeanzeige zu sehen bekommen…“ Für Waschmittel?  Kleinkredite? Penisvergrösserungen? Wer weiss!

Ich nutze wordpress-Software sowie Server und zahle dafür keinen Cent. Das ist nun also der Preis. Gut! Nicht? Nur: Warum dürfen Unternehmen, Behörden und Regierungen uns immer mehr in ihre Produkte einbinden, ohne dass wir uns fragen, was ist das jetzt schon wieder? Sind wir denn schon so beschwipst von haarscharf erfolgreicher Selbstinszenierung und prekären Nano-Netzwerken, dass wir uns widerspruchslos vereinnahmen lassen? Ich überlege mir, was wohl der Barmann damals am Tresen mir zugeraunzt hätte. Oder die FuckDaPolice-Aktivistin.

Was, wenn sie uns den Speck wieder aus dem Mund grabschen und all die schönen Portale mit personalisierten Werbebotschaften verhängen (ist ja bereits so), Zugänge limitieren (wird auch schon praktiziert, siehe Klarnamen) oder Gebühren abverlangen (ist auch schon aktuell, schleichend)? Entzugserscheinungen? Auf Coca Cola konnte ich ungerührt verzichten. Die Kommunikations- und Infokanäle würde ich jedoch nur ungern missen.

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Werbung gegen Werbung

Noch im Clinch, starte ich die Gegenoffensive und platziere meine eigene Werbung – nebst den eigenen Artikeln, die irgendwie stets auch schon werben…  Mal sehen wie sich meine Werbung gegen die Werbung zur Werbung verhält. Hier einige Vorschläge. Danach vergeht vielleicht die Lust, weiter runter zur seriösen Werbung zu scrollen…

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WahrePorsch

bisslecker

Anzuege

pennemutandine

MediART

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