Beseelt von romantisch nationalistischer Verzückung und neoliberalem Deregulierungsfuror agiert da eine Partei und tut vieles, was dem Land schadet. Politische Opposition verwechselt sie mit Opportunismus gegenüber den Wählerinnen und Wählern. Ein weiteres Indiz hierfür war aus meiner Sicht die Abstimmung vom 12.3.2014 im Nationalrat. Geschlossen stimmten die Vertreterinnen und Vertreter der Schweizerischen Volkspartei (SVP) gegen eine Revision des Radio- und Fernsehgesetzes.

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Rausch

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Das neue Bundesgesetz verlangt, dass alle Haushalte (und teilweise Unternehmen) Empfangsgebühren bezahlen müssen, selbst wenn sie kein Radio- oder Fernsehgerät herum stehen haben. Das Publikum konsumiert Programme immer öfter am Computer oder Smartphone. Der Gesetzgeber will deshalb, dass sich auch diese Konsumentinnen und Konsumenten an den Kosten beteiligen. Darin wiederum sieht die SVP eine inakzeptable, verfassungswidrige Mediensteuer. Das Ziel ist klar: die Partei will den Service public eindämmen: „Die SRG hat ihr Programm in den letzten Jahren ständig ausgebaut (…) So kann sich kein ernsthafter Markt bei den elektronischen Medien entwickeln,“ heisst es im Parteiprogramm. Die Sitzung zur Revision des Radio- und Fernsehgesetzes war also die ideale Plattform, um die sattsam bekannten Positionen wieder mal ins Publikum zu tragen.

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Von wiederbelebten Feindbildern

Ausgangspunkt der ganzen Avancen ist die uralte Mär von den linken Medien. Die lässt sich kaum mehr aus den Köpfen tilgen. Besonders perfide biegt Roger Köppel in einem Editorial der Weltwoche – dem Leitmedium der SVP – die Logik eines linken Journalismus zurecht. Dem gesamten Berufsstand jubelt er ein pathologisches Selbstbild unter: „Ist ein Journalist nicht links, muss er entweder krank, gekauft, ferngesteuert oder auf andere Weise defekt sein. Für die meisten Journalisten ist es undenkbar, dass ein erwachsener Journalist freiwillig nicht links ist.“ Aus solchen Zeilen freilich schimmert die Neurose… Immerhin; Köppel schafft es, Medienschaffende unter Generalverdacht zu stellen.

Zum Dauerbeschuss gehörte auch eine Umfrage, mit welcher die Weltwoche vor drei Jahren SRG-Journalistinnen und Journalisten nach deren politischen Gesinnung befragen wollte. Damit offenbarte die Weltwoche vor allem eins: sie geht von einer unprofessionellen Haltung aus, nämlich, dass die politische Einstellung das journalistische Produkt verändere. Auf die Schreibenden der Weltwoche mag das zutreffen, auf die Profis in den Redaktionen anderer Medienhäuser aber kaum (David Bauer hat hierzu plausibel gebloggt). Wer würde Ärztinnen, Soldaten oder Lehrerinnen nach ihrer politischen Haltung befragen? Und dann ihrem Handwerk misstrauen? Ziel der Aktion war einzig, SRG-Leute der Linkslastigkeit zu überführen. Schliesslich konnte die Weltwoche mit „Mauer des Schweigens“ titeln, flankiert u.a. vom Portal medienwoche.ch, das behauptet Fragen stellen verboten.

So geht das, mit den Unterstellungen…

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Im Dossier Medienpolitik schreiben Weltwoche-Journalisten regelmässig gegen die SRG an. Erst recht seit der mit Euroturbo etikettierte Roger de Weck SRG-Generaldirektor ist. Was die Weltwoche Ausgabe für Ausgabe produziert, ist alles mögliche, bloss keine unabhängige Berichterstattung. Statt sich mit dem Gegenstand argumentativ auseinanderzusetzen, sind sämtliche Texte von politischen Anliegen unterwandert. Genau das ist es, was diese Gesinnungsschreiber ihren Berufskollegen vorwerfen. Nun gut, der Weltwoche-Journalismus (und andere Parteipresse) ist nicht zu neutraler Berichterstattung verpflichtet. Einen dreisten Etikettenschwindel sehe ich allerdings da, wo sich dieses Blatt als „politisch unabhängig“ bezeichnet, ökonomisch aber offensichtlich nur dank SVP-Unternehmern überlebt. Wer das Magazin durchblättert, findet fast ausschliesslich Anzeigen von Unternehmen, die im Besitz von SVP Leuten sind. Längst wäre die Weltwoche vom Markt, gäbe es nicht dieses klandestine Mäzenatentum.

Dieses Wochenblatt erhält eine Aufmerksamkeit, die ihr nicht gebührt. Vor und nach der Abstimmung zur Masseneinwanderungsinitiative ist Roger Köppel dauerpräsent. Land auf Land ab und über die Grenzen hinweg wird er von Redaktionen hofiert. Schliesslich gilt er als einer, „der Zündstoff in eine Sendung trägt.“ Köppel sei ein Garant für aufregende Auseinandersetzungen. Voilà. Willkommen im liberalen Medienmarkt. Hier zählt, was Quote macht. Und das sind keine differenzierten Meinungen, keine ausformulierten Unterscheidungen oder langfädigen Positionierungen, sondern Schlagkraft, Zuspitzung und Ausschluss. Das ist meist das Gegenteil von Einordnung.

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Von Aneignung und Einordnung

Das schnell platzierte Urteil hat die Förderung der Urteilskraft ersetzt. Radikal gestutzte, zu griffigen Slogans geschrumpfte Komplexität ist das Stilmittel der Demagogen – mit dramatischen Folgen für das Publikum. „Wer inmitten einer um sich greifenden sozialen Aphasie nicht mehr in der Lage ist, für sich zu sprechen, weil ihm im entscheidenden Augenblick nur noch das intermedial vermarktete Schlagwort einfällt, der ist zur politischen oder ästhetischen Willensbildung nicht mehr fähig und stellt als indifferenter, manipulierbarer Wechselwähler oder Konsument eine Gefahr für die Demokratie dar.“ (1) Das ist der Mainstream heute.

Nebst dem Strukturwandel sind dies die wirklichen Probleme, mit denen uns der heutige Medienmarkt konfrontiert:

  • auf den emotionalen Gehalt reduzierte Nachrichten
  • blosse Abbildung (copy/paste) von Ereignissen bei mangelnder Einordnungsleistung
  • mangelnde Sorgfalt durch erhöhten Aktualitäts- und Kostendruck
  • manipulativer Meinungsjournalismus à la Weltwoche, der Komplexität durch Behauptungsreihen ersetzt

Dagegen sind im Hintergrund lauernde Überzeugungen oder politische Positionierungen, die in Themenwahl oder Ausformulierung eines Textes allenfalls durchschimmern könnten, kein Problem, sondern im Gegenteil für ein aufgeklärtes Publikum sogar anregend.

Für jene Journalisten, die ständig die politische Gesinnung in den Vordergrund schieben, ist das aufgeklärte Publikum ganz offensichtlich keine Option mehr. Die Strategie der Verdummung scheint für sie bereits aufgegangen. Entsprechend paternalistisch formuliert sind deren Produkte. Anstatt Themen frei vom doktrinären Wertekatalog auszubreiten, sind ihre Artikel gespickt mit Adjektiven, die einer Geschichte sofort und andauernd die Optik des Verfassers aufdrängen. Gegenargumente sind getilgt oder sogleich desavouiert. Die neutral vortragende Position ist einer wertenden, oft mit Häme durchsetzten Haltung geopfert. Bevor sich das Publikum in die Problematik von Ursache und Wirkung hinein lesen kann, ist die Botschaft des Beitrages bereits klar. Damit wird den Leserinnen und Lesern eine unbeeinflusste Einordnung verunmöglicht.

So geht das mit der Manipulation…

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Lesbar und gelegentlich inspirierend ist dagegen die linke Wochenzeitung. Die WOZ pflegt zwar ebenso wie die Weltwoche den richtungsweisenden Drall, sie ist aber sprachlich weniger explizit und integriert auch Gegenargumente. Das tut die Weltwoche nicht. Deshalb ist sie für doktrinell unbelastete Leserinnen und Leser so gut wie wertlos.

So viel zu dieser Wochenzeitschrift und deren wertendenden Journalismus, der einen möglicherweise sich neu anbahnenden Mainstream bedient. Von der Weltwoche erwarten wir keinen nüchtern aufbereiteten Qualitätsjournalismus, sondern dem zugeneigten Publikum entsprechend angereicherte Erzählungen. Damit folgt das Magazin einem in der Medienlandschaft schon länger andauernden Trend: „Modelle, die den Konzentrationsprozess verschärfen, die publizistische Vielfalt und die Qualität im Informationsjournalismus reduzieren, die redaktionelle Unabhängigkeit in Frage stellen oder wieder partikulären politischen Interessen gehorchen, zeugen von Medienunternehmen, die sich weniger an den Leistungsfunktionen öffentlicher Kommunikation und an den selbstverpflichtenden Qualitätsnormen der Publizistik orientieren als an Rendite oder politischem Einfluss.“ (2)

Rendite und politischer Einfluss – der SVP zugewandten Weltwoche dürfte es vor allem um den Einfluss auf die Meinungsbildung gehen. Irritierend wirkt auf mich allerdings, dass Weltwoche-Autoren offensichtlich den Gehalt der eigenen Texte nicht sauber identifizieren. Die dazu nötige Urteilskraft ist ihnen abhanden gekommen. Diesen Eindruck hinterliess ein kurzer Dialog auf Twitter.

Dummheit ist ein methodisches Problem als Folge einer interpretativen Inkompetenz

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Von Dummheitsoligopolen und Hypnopädie

Zurück zur Schweizerischen Volkspartei und den Angriffen auf die von ihr so geschmähte SRG. Gemäss Parteiprogramm setzt sie in der Medienpolitik auf „Wettbewerb statt Staatsmonopol.“ Natalie Rickli, Medienspezialistin der SVP und Vizepräsidentin der Aktion Medienfreiheit findet, der Auftrag der SRG müsste auf die Produktion von Informationssendungen beschränkt werden, Unterhaltungssendungen wären von privaten Veranstaltern zu produzieren. Auch der FDP Politiker, Präsident der Aktion Medienfreiheit und geschasster Chefredaktor des Schweizer Fernsehens Filippo Leutenegger will den Service public neu definieren und in der Folge die SRG in die Schranken weisen.

„Die Programmflut der SRG schwächt private Konkurrenten“ heisst es im Grundsatzpapier der Aktion Medienfreiheit. Die Monopolstellung der SRG sei marktverzerrend und schränke die Meinungsvielfalt ein. Erstaunlich ist es schon, dass die sonst so national ausgerichteten Politikerinnen und Politiker in dieser Diskussion die nationalstaatlichen Besonderheiten der Schweiz plötzlich komplett ausblenden. Das Land setzt sich quasi aus italienischen, französischen und deutschen Exklaven zusammen. Das Territorium teilt sich in vier Sprachregionen, die ein starkes Angebot ausländischer, privater und öffentlich-rechtlicher Radio- und Fernsehprogramme empfangen können. Medienpolitisch mündet das in eine äusserst pikante Situation. Sehr eindrücklich zeigt sich dies in der Suche nach gutem Stoff für Fernsehserien.

Dass es auch in der Schweiz ökonomisch erfolgreiches Fernsehen gibt, zeigt beispielsweise der Sender 3+. Der trägt zwar in keiner Weise zur Meinungsvielfalt bei, ist er doch in erster Linie eine Abspielstation für eingekaufte amerikanische Serien, esoterisches Ratgeber-Call-in oder TV-Shopping. Auf sich aufmerksam macht 3+ gelegentlich mit eigenproduzierten Sendungen wie Jung, wild  & sexy, Bauer ledig sucht oder Mama, ich bin schwanger – Angebote, die gemeinhin unter dem Label Trash-TV laufen. Diese Doku-Reihen sind schnell und billig produziert. Sie sind Programm für Menschen, die sich den Aufwand des Nachdenkens ersparen: „Das entscheidende Merkmal diskursiver Dummheit besteht darin, dass sich das Ökonomieprinzip selbst übertölpelt, weil es nur noch auf den Ersparniseffekt abzielt, aber nicht mehr auf den Mehrwert an Sinn achtet, den selbständiges Denken einbringt.“ (4)

Es sind aufgrund der begrenzten Sprachräume nur wenige unter den privaten TV-Anbietern, die profitabel wirtschaften. Dies gelingt nur den potenten ausländischen Stationen, deren Programme – sozusagen als Streuverlust – auch in der Schweiz zu empfangen sind. In der Deutsch-Schweiz erzielen sie (je nach Auslegung) rund 30 Prozent MarktanteilWer sich den TV-Werbemarkt der Schweiz ansieht, erkennt sofort, wie viel Geld die ausländischen Stationen von der hiesigen Werbesuppe abschöpfen. Laut Geschäftsbericht 2012 der Vermarkterin der SRG-Programme publisuisse fliessen 1.5 Milliarden Franken in die TV-Werbung. Für 518 Millionen wird Werbung bei den Fernsehsendern der SRG geschaltet, die privaten Anbietern generieren 858 Millionen Franken. Während der Schweizer Sender 3+ sich mit 89 Millionen begnügt, kassiert RTL dank Werbefenster 217 Millionen, Pro 7 145 Millionen und Sat 1 117 Millionen Franken.

Die Vermarkterin ausländischer Werbefenster (und von 3+), Goldbach Media lässt in den von ihr in Auftrag gegebenen Studien behaupten, über die Hälfte der einkassierten Werbegelder kämen dem heimischen Markt zugute. Das ist zwar (auf insgesamt 61 Seiten) ausschweifend dargestellt, letztlich aber wenig erhellend und schon gar nicht überzeugend. So zum Beispiel: „Es liegt aber auf der Hand, dass Programm- und Werbefenster entsprechende Produktions- und Vermarktungskosten verursachen, dass die Verbreitung der Werbefenster-Programme der Schweiz über Satellit, Kabel- und IPTV-Netze Geld kostet, dass der Verkauf von Werbung in den Werbefenstern entsprechende Organisationsstrukturen voraussetzt und dass nicht zuletzt auch die (Schweizer) Mediaagenturen der Werbekunden nicht ohne Entgelt arbeiten.“ (5) 

Die in der Schweiz zurück bleibenden Gelder, so schliessen wir also, speisen einen Verwaltungsapparat, nicht aber hiesiges Programmangebot. Die einst produzierten Schweizer Programmfenster wurden nach kürzester Zeit wieder geschlossen. Waren das Alibiübungen, die den Abfluss der Millionen ins Ausland kaschieren sollten? Item. Ein beträchtlicher Teil der Millionen fliesst als Zustupf den grossen, europäischen Stationen zu, die ihre Programm für das deutsche, französische oder italienische Publikum produzieren. Multinationale Konzerne wie Bertelsmann (RTL, Super RTL, vox, M6), Lavena Holding (ProSieben, Sat1) oder Bouygues (TF1) dürfen sich freuen (oder freuten sich) über die gut 700 Millionen Franken, die sie sich in die Kassen schütten können. Genau so Goldbach Media…

Für die heimatliebende Natalie Rickli müsste dieser Finanztransfer vom schweizerischen Markt in die europäischen Management-Zentralen unerträglich sein. Nun ist sie aber nicht nur die Gallionsfigur und Hauptakteurin im Kampf gegen die SRG… sie sitzt auch im Kader von Goldbach Media. Von einer Schwächung der SRG würde ihr Arbeitgeber und sie selbst also direkt profitieren. Doch das sei kein Interessenkonflikt.

So kämpft sie weiter, möchte als Politikerin definieren, was SRG-Sender zeigen dürfen – nämlich kein Promi-Magazin, keine Serien wie Grey’s Anatomy und „die Formel 1 kann man sich auch auf anderen Sendern gratis anschauen.“ Die Aussage, man könne sich Programme bei anderen Sendern gratis ansehen, ist ein Euphemismus oder einfach eine Form von Dyskalkulie. Denn diese Programme sind ganz und gar nicht gratis, sondern Milliarden schweres Business. Das vollständige Werbeaufkommen in der Schweiz summiert sich jährlich auf annähernd 5 Milliarden Franken. Das sind circa 625 Franken pro Kopf und Jahr, die wir alle – inklusive Säuglinge und Greise im Geriatriezentrum – mit dem Konsum von Gütern finanzieren.

Natalie Rickli mag einiges von Medienmarketing verstehen, dafür kaum etwas von Medienschaffen. Darüber habe ich kürzlich gebloggt. Immerhin dürfte ihr aber klar sein, dass sie der SRG den Boden unter den Füssen entzieht, wenn Unterhaltungssendungen aus dem Programmauftrag gestrichen werden. „Wer die Unterhaltung beherrscht, beherrscht weite Teile der Menschen und des Marktes, denn Unterhaltung ist die zugkräftige Lokomotive, um auch das übrige Programm gewinnbringend zu befördern.“ (3) Öffentlich-rechtliche Programme sollen Attraktivität verlieren. Das ist das primäre Ziel. Die weiterhin ausgestrahlten Informationssendungen würden in der Folge weniger genutzt. Es wäre dann nur eine Frage der Zeit, bis die selben Protagonisten wieder die politische Bühne erklimmen, um angesichts der geringen Nutzung die Auflösung der SRG zu verlangen. Meinungsvielfalt in der Schweiz? Die wäre dann den von partikulären Interessen geleiteten Schreibstuben überlassen, den Eso-TV und Seriendistributoren oder ausländischen Talk-Arenen etc.

So geht das mit der Strategie…

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Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, mit welchen Produkten uns die marktwirtschaftlich orientierte Medienwelt konfrontiert – im Informationsjournalismus beispielsweise die Weltwoche, im Unterhaltungsbereich 3+.  Nehmen wir noch (gratis!?) Pendlerzeitungen dazu. Vergessen wir nicht die Markt dominierende Position von Grossverlagen in regelrechten Oligopolen… Der Feldzug gegen die SRG mündet im liberalisierten Markt. Und der hält am Ende ganz viele Programme im Angebot, die in ihrem seriellen Automatismus genau das Gegenteil von Vielfalt sind, nämlich Multiplikationen von zwischen Unwissenheit und Schwachsinn oszillierenden Gemeinplätzen.

Und ein geschlossenes System… „wo aber das Volk durch Zerstreuung und Politikverdrossenheit seine eigene Gestaltungsfähigkeit einschränkt, seine eigene Einflussnahme auf die Mitgestaltung des Gemeinwesens aufgibt, verliert die staatliche Ordnung ihren Boden.“ (3) Voilà. Mehr Markt, weniger Staat. Damit wäre auch einer der innigsten Wünsche der Wirtschaft erfüllt. Ein grosser deutscher Chemiekonzern hat ihn 1991 folgendermassen in ein (geheimes) Positionspapier notiert: „Es wird sich in Zukunft darum handeln, die Mehrheit der Population an konsumverträglichen Denk- und Wahrnehmungskategorien zu orientieren.“ (6) 

So geht das mit den Oligopolen der Dummheit…

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„Rosen und elektrische Schläge, das Khaki der Deltas und ein Hauch von Asafötida, unlöslich miteinander verknüpft, noch bevor das Kind sprechen gelernt hat. Aber Reflexnormung ohne Wort ist grobschlächtig und summarisch, sie vermag kein feineres Unterscheidungsgefühl zu verleihen, nicht das richtige Benehmen in schwierigen Lebenslagen einzuschärfen. Dazu braucht es Worte, jedoch Worte ohne Sinn, kurz Hypnopädie.“ (7)

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(1) „Wie man gedacht wird“, Peter V. Zima in „Strategien der Verdummung“ (becksche reihe)

(2) „Qualität der Medien 2012 – Hauptbefunde“, fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft, Universität Zürich

http://www.foeg.uzh.ch/jahrbuch/ausgabe2012/Broschur_Jahrbuch_foeg_deutsch_2012.pdf

(3) „Wie das Fernsehen das Menschenbild verändert“, Dieter Stolte

(4) „Diskursive Dummheit“, Uwe Wirth in „Strategien der Verdummung“ (becksche reihe)

(5) „Werbefenster im Schweizer Fernsehwerbemarkt“, mediareports prognos im Auftrag der Goldbach Media (Switzerland) AG

(6) zitiert von Jürgen Wertheimer in „Strategien der Verdummung“ (becksche reihe)

(7) „Schöne neue Welt“, Aldous Huxley

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EMPFEHLUNGEN

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Grundsatzschrift der „Aktion Medienfreiheit“
http://www.medienfreiheit.ch/downloads/grundsatzpapier_medienfreiheit_de.pdf

„Geschäftsbericht 2012“ der publisuisse

http://www.publisuisse.ch/mm/mm005/gb_2012_de.pdf

„Werbefenster im Schweizer Fernsehwerbemarkt“, prognos Studie im Auftrag der Goldbach Media

http://www.goldbachmedia.com/de-ch/resources/goldbach-media-ch/newsroom-files/prognos-studie-2012.pdf

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