Wieder ist ein Twitter-Account verschwunden. Passiert jeden Tag, jede Stunde, von Sekunde zu Sekunde. Wir kommen und gehen. Doch gestern geschah etwas Ungewöhnliches. Ein hartnäckiger, nicht abzuschüttelnder Widersacher, unzimperlich aber immer fair in seinen Aussagen, hat sein Profil gelöscht. Eine Kontrahentin – man könnte sagen, ein Opfer – schrieb folgende Tweets:  „Liebe (…) u andere Opfer von (…) Beschimpfungen. Ich habe heute seinen Arbeitgeber gewarnt – Noch eine Beschimpfung und drei Personen werden ihn anzeigen. Wer sich anschliessen will…“  Darauf er: „Ich bin draussen, tschüss zäme.“

Kein einfaches Leben war das mit dem silver_train. Hat ihm was nicht gepasst, so hämmerte er das in seine und unsere Timeline. Seine endlosen PingPong-Twittereien mit Philippe Wampfler sind fast schon legendär. Pure Hahnenkämpfe, für mich absolut unergiebig, aber ja, die haben sich gezankt und gefordert. Auch dafür ist Twitter da. Doch das ist nun vorbei.

Ich muss gestehen: in allen Details ist mir nicht bekannt, wie silver_train mit seinen Gegnerinnen und Gegnern umgegangen ist. Was ich sah, war – wie gesagt – immer korrekt. Starke, bisweilen provokative Haltungen hat er mit seiner starken Haltung konfrontiert. Unermüdlich. Das hat genervt. Das hat geschmerzt. Doch gestern wurde aus dem Gefecht mit Worten der Angriff auf eine Existenz.

„Es ist furchtbar, wenn sich jemand von einer Kommunikation zurück zieht, weil er/sie sich bedroht fühlt.“ schreibt junaimnetz und wir können es nicht genug wiederholen. Es ist furchtbar, wenn Menschen so weit gehen, ins RL zerstörend einzugreifen, nur weil sie im Netz ihre Ruhe haben wollen. Die eigene Freiheit ist keine, wenn sie auf der Unterdrückung anderer beruht. Es bleibt nur Tyrannei.

Ich verteidige nicht explizit den Störenfried silver_train. Es ist lediglich mein kleines Plädoyer für die freie Meinungsäusserung. Um dem etwas mehr Gewicht zu geben, habe ich mich entschlossen, die digitale Existenz cuirhommes aufzugeben. Nicht, dass ich 3 Jahre Netz-Arbeit vernichte, ich lasse einfach alles stehen und liegen. Flüchte. Es ist Zeit für eine Zäsur.

Ich will dieses Netz nicht. Wie im realen Leben sind es auch hier wenige, die die Grundlagen aller Menschen zerstören… Seit gestern kann ich das nicht mehr verdrängen. cuirhomme ist tot.

Neu ist das Nullmedien Dahinter steckt immer noch der selbe Mensch – mit neuen Ideen.

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