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September 2014

Die Verwirrten vernichten

Wer in sozialen Medien widerspricht, wird rasch als verwirrt, schwachsinnig oder ganz einfach krank bezeichnet. Zur Abwechslung gelten andere Meinungen auch als Halluzinationen. Wer sie ausspricht ist schlicht ein Vollidiot (sic!). Das Medium bildet den idealen Schutzraum, in dem sich Beschimpfungen aller Art ohne spürbare Folgen aussprechen lassen. Dahinter verbergen sich sehr oft Vorstellungen von dem, wie oder was Menschen denken sollen. Wer davon abweicht, wird pathologisiert. Und wer auf die Pathologisierung hinweist oder gar deren Konsequenzen in totalitären Systemen anspricht, gilt wiederum als verwirrt. Da gibt es kein Entrinnen. Weiterlesen „Die Verwirrten vernichten“

Götter des Gemetzels

Worte sind Waffen. Geschliffen und präzise geführt, fügen sie schwere Wunden zu. Noch verheerender sind Waffen, die unsachgerecht in blindem Furor auf die Opfer niedersausen. Ruf-Mord. Texte werden zu Hetzschriften, Autoren zu Manipulatoren, Leserinnen zu Verführten. Journalisten und Politikerinnen sind Heldinnen der Wortgefechte. Deshalb folge ich einigen von ihnen auf Twitter. Dort und in anderen sozialen Medien bilden sich Kreise, behagliche Blasen, in denen Gleichgesinnte zwirbeln. Gated communities. Sterne verteilen und Daumen hoch geht gut, Daumen runter gar nicht. Affirmation ist gut, Kritik ist schlecht.

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Berlin – geheilte Stadt

Im Flur eines überfüllten Intercitys. Ich sitze auf meinem Koffer, zeige dem Schaffner den Interrail-Pass. „Der ist aber nur gültig in den kapitalistisch-imperialistischen Staaten,“ bafft er mich an und mustert mich misstrauisch. „Na dann bleiben se da sitzen und bewegen sich nich von der Stelle“. Irgendwo zwischen Helmstedt und Berlin-West, Mitte 1980-er Jahre. Ich fahre in eine Stadt, die eingemauerte Enklave ist, umweht vom eisernen Vorhang.

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Berlin – geheilte Stadt? (1)

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