SRG-Mitarbeiter sind die neuen Banker. Sie kriegen die geballte Polemik irgendwie aufgebrachter Bevölkerungsgruppen ab. Es geht nicht um Millionenboni. Es geht nicht um den Verlust hunderttausender Jobs. Auch nicht um mit irren Finanzprodukten an den Rand der Vernichtung gezirkelte Volkswirtschaften. Es geht um den Eigennutz politischer Interessengruppen und hiesiger Verleger. Die fahren eine zermürbende, konzertierte Kampagne gegen die SRG. Mit gutem Grund setzt die andauernde Häme dem SRF-Arena Moderator Jonas Projer zu. Nicht nur ihm.

.

projer

.

Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument unterstellte der SRG, „systematisch hinterhältig“ zu agieren. Die Werbeallianz mit Swisscom und Ringier, sowie die Angebote von SRG-Generaldirektor de Weck an die Verleger würden beweisen, dass es der SRG nur um „knallharten Machtausbau“ gehe. Ausgerechnet der Monopolist Lebrument lässt dies ohne Ironie aber mit viel Machtkalkül verlauten. Derweil streiten sich die Verleger lieber untereinander und hängen bei Googles Digital News Initiative ein, anstatt gemeinsame Strategien für attraktive Inhalte zu entwickeln. Etwas Zoff mit den Konkurrenten eignet sich da bestens, um vom eigenen Versagen abzulenken. Das geneigte Publikum – vielleicht auch engagierte PR-Schreiber – applaudiert und bläst tüchtig ins selbe Horn.

 

matthew

.

Vergewissern wir uns doch, wovon wir sprechen und schlagen die Bedeutung von hämisch im Duden nach: „auf eine hinterhältige Weise boshaft; heimlich Freude, Triumph empfindend über etwas, was für einen anderen unangenehm, peinlich ist; in boshafter Weise schadenfroh.“ Wer eine Institution als mächtig empfindet, darf diese auf hinterhältige Weise und boshaft attackieren. Natürlich. Bloss ist dies in keiner Weise substantiell. Und wenn jemand Triumph empfindet, nur weil anderen etwas unangenehm oder peinlich ist, dann spricht dies gegen diejenigen, die so empfinden. Es ist schlicht niederträchtig und destruktiv.

Die versteckte Agenda, der Leichtsinn und die Boshaftigkeit vieler SRG-Gegner – insbesondere der Freunde von NoBillag ist ja nun hinreichend belegt. Ihre Defizite kompensieren sie leider immer erfolgreicher mit unerhörten Falschaussagen und kaum zu bremsender Penetranz. Content is king? Häme is king. Plakative Meinung toppt, differenzierte Argumentation floppt – das sind die Bewertungskategorien im heutigen Aufmerksamkeitswettbewerb.

 

Riesen

.

Ob Borniertheit, krude Ideologie oder schlicht boshafte Schadenfreude – nichts davon legitimiert dazu, mit den öffentlichen Medien eine der wichtigsten Institutionen des Rechtsstaats und der direkten Demokratie nachhaltig zu demolieren. Wenn diese Akteure ehrlich (oder intelligent) genug wären, würden sie zugeben, dass es ihnen aber genau darum geht. Das momentane Sperrfeuer soll verunsichern, demütigen und darüber hinaus zu Unsorgfältigkeiten oder Fehlern verleiten. Die Medienhasardeure wiederum schlachten jede Auslassung oder Ungenauigkeit sogleich aus. Gnadenlos.

Den Rechtsrutsch der Medien und im Parlament – inklusive einiger am Rande mitgespülter Faschisten – verkraftet unsere Demokratie mittelfristig. Wenn aber Impertinenz und Inkompetenz sich immer lauter und plakativer ausbreiten, dann stinkt das zum Himmel. Gewaltig. Und das im Jahr, in dem Hitler eine Neuauflage erfährt…

 

transpa

.

Jonas Projers Last und die seiner Kolleginnen muss erheblich drücken. Die Worte auf der Goldwaage, ausgeglichen, abgeklärt. So oder so können es die Programmschaffenden kaum mehr richten. Jede Sendung ein Spiessrutenlauf durch Schlangengruben. Hier wird gezischt, da gebissen und stets ordentlich Gift verspritzt. Fast immer völlig grundlos. Einige trittbrettsurfen im Schatten bekannter Medienfiguren und -Produkte. Das erhöht die Popularität der eigenen Account-Bühne.

Geiz ist geil und Häme ist hammergeil. Mehr von Eliten gelenkter Gesinnungsterror war selten. Und seit rund 80 Jahren nicht mehr so wie heute.

.

Die Menschen sind vielfach nicht in der Lage, etwas so aufzunehmen, wie man es sagt.“ (Henriette Rieker, Oberbürgermeisterin von Köln)

„Alle Handlungen sind bestimmt und niemals unbeeinflusst, weil immer ein Grund da ist, der uns geneigt macht…“ (Gottfried Wilhelm Leibniz)

.

Empfehlung

„Rechtsaussen und Verleger im Frontalangriff auf die SRG“ – eine Analyse von Philipp Cueni

 

 

Advertisements