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Medienlandschaft

Goldenes Kalb auf der Schlachtbank

Angenommen, Sie brauchen eine neue Heizung. Würden Sie Ihren Autohändler fragen, welches Heizungssytem er bevorzugt? Würden Sie sich vor dem Autokauf bei Ihrer Coiffeuse erkundigen, ob sie einen Benziner, Diesel, Hybridantrieb oder das Elektroaggregat zum Verkauf empfiehlt? Kaum! Aber genau so geht der Verband Schweizer Medien (VSM) vor. Er hat Juristen und Ökonomen beauftragt, die Neugestaltung des Programmauftrags der audiovisuellen Medien im digitalen Zeitalter zu definieren.

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Immer diese linken Schurnis

„Das Problem ist, dass Ihr Linkslastigkeit nicht erkennen könnt, weil ihr alle aus der gleichen politischen Ecke kommt.“ So kommentiert die „Ehrenamtliche Qualitätskontrolle für mit Zwangsgebühren finanzierte Medien“ auf Twitter die Sondersendung des Echo der Zeit über Medien in der Vertrauenskrise. Seit es JournalistInnen gibt, werden sie von Menschen in Machtpositionen denunziert. Das soll die Glaubwürdigkeit beschädigen. Mit Erfolg.

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Faschismuskeime im Neoliberalismus

Anliegen oder Exponenten der SVP (oder AfD, FPÖ etc.) als rechtsextrem oder gar faschistisch zu bezeichnen, verstösst gegen das aktuelle political correctness-Regime. Soll sich erstmal abregen, wem die Nazikeule in der Hand juckt. Zu leichtfertig werde die gezückt. Der Vergleich mit den Massenmördern des Dritten Reichs sei nicht statthaft. Bloss; mit Massenmördern vergleicht niemand, aber mit den Haltungen der Menschen, die Nazi-Gräuel ermöglichten oder förderten.

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Pauken und Trumpeten

Seien wir mal nicht so korrekt. Hauptsache, es rockt. Halbbatzig zuhören genügt. Bloss nicht darüber nachdenken, was ist. Geschichtsblind suchen, was einem passt. Alles andere wäre der eigenen Welt fremd. Doch Obacht; Politiker wissen mit Weltverfremdung umzugehen. Zum Beispiel Donald Trump.

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Medien, Integration, Zwangsneurosen

„Söll emol cho“ riefen sich die Menschen jahrelang zu, während sie über die Szene mit versteckter Kamera schmunzelten. Das sexualisierte Berufsleben der „Pornoheidi“ aus St. Moritz versetzte die Schweiz über Monate in Wallungen und den „Fall Carlos“ debattierten wir hierzulande durch alle soziale Schichten. Ungeachtet dieser gesellschaftlichen Wirkungen behaupten einige Leute, Medien würden nichts zur Kohäsion des Landes beitragen.

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Online service liquide

Unaufhörlich metastasiert das Internet. Schier ungehemmt breiten sich digitale Einflusssphären und soziale Blasen aus. Sie wirken tief in den Gesellschaftskörpern. Kodak, Neckermann und viele andere – die digitale Revolution hat innert weniger Jahre hunderttausende Arbeitsplätze hinweggefegt. Verheerend auch der Aderlass in der Medienbranche.

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Die Verleger rächen sich

Nur von Privaten betriebene Medien sind wirklich unabhängig und frei. Das hören wir immer wieder von Marktideologen und Wirtschaftsliberalen. Doch die glauben selbst nicht daran. Das wird manchmal ganz beiläufig klar. Heute wieder. Hansjörg Müller schwärzt in der BaZ Michael Ringier an. Macht ihm das Wort madig. Ganz persönlich und argumentativ äusserst fragwürdig.

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Ausverkauf von allem

Marlies Küng (*) sieht müde aus. Brot, Milch und Käse hat sie gescannt. Nun nimmt sie den Abholschein für das eingeschriebene Päckchen entgegen und beginnt in den Postkisten zu suchen. Dann richtet sie mehrmals ein Lesegerät auf das Päckchen. Piiip. Endlich. Ich quittiere den Empfang. Frau Küng sinkt seufzend in ihren Stuhl an der Registrierkasse. Sie sei froh. Bald werde sie pensioniert.

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Wo sind bloss die Stellen

Journalismus braucht Hilfe. JournalistInnen brauchen Hilfe. Nachhilfe in Leseverstehen, Werkbeschreibung, Wahrheitsfindung… vielleicht mangelt es gelegentlich an kognitiven Fähigkeiten – tödlich im Journiberuf – oder – noch schlimmer – an Integrität. Immer öfter erfahre ich nicht, was geschah, sondern was Medienleute in Ereignisse hineindeutenKürzlich unterstellten verschiedene Zeitungen der Tagesschau des Schweizer Fernsehens, Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher blossgestellt zu haben.

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Häme is king

SRG-Mitarbeiter sind die neuen Banker. Sie kriegen die geballte Polemik irgendwie aufgebrachter Bevölkerungsgruppen ab. Es geht nicht um Millionenboni. Es geht nicht um den Verlust hunderttausender Jobs. Auch nicht um mit irren Finanzprodukten an den Rand der Vernichtung gezirkelte Volkswirtschaften. Es geht um den Eigennutz politischer Interessengruppen und hiesiger Verleger. Die fahren eine zermürbende, konzertierte Kampagne gegen die SRG. Mit gutem Grund setzt die andauernde Häme dem SRF-Arena Moderator Jonas Projer zu. Nicht nur ihm.

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Schwindelattacken mit No-Billag

Geschafft. Noch nicht ganz, aber na ja. „Gerne entscheide ich zukünftig selber, wofür ich mein Geld ausgebe.“ Dies ist der Hauptgedanke hinter der No-Billag-Initiative. Um ihrem Glück etwas näher zu kommen, schwindelten die Unterschriftensammler der jungen SVP und Jungfreisinnigen so dreist, das war selbst im Politgeschäft unübertrefflich. Hier ein Rückblick und Realitätscheck.

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Service pri(miti)vé

Wie viele Medienkanäle braucht mensch, um gut informiert oder unterhalten zu sein? Fünf? Vielleicht fünfzig? Oder doch besser fünfhundert? Oder ist es wie mit Schlafsocken und Frühstücksflocken – die Auswahl vermeintlich nie gross genug? Diesen Eindruck hinterlässt der Bericht Service privé der Universität St. Gallen, eine von der rechtsbürgerlichen Aktion Medienfreiheit finanzierte Studie (1).

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Journalismus 2.015 – eintüten statt einordnen

Tagtäglich hinaus in die Welt. Ich beginne zugfahrend. Und mit Tageszeitung. Ich fahre durch die Landschaft. An Häusern und Menschen vorbei. Zuschauend. Isoliert im Zuginneren. Nicht da draussen. Mit der Zeitungslektüre verhält es sich genau so. Isoliert von der Welt ziehen die Ereignisse an mir vorbei. Papier oder Schiene geben vor, was ich zu sehen bekomme. Durch Fenster. Zur Welt. Immer schneller fährt der Zug – immer flüchtiger rauschen Botschaften an mir vorüber… Weiterlesen „Journalismus 2.015 – eintüten statt einordnen“

Der Preis ist heiss

Das Schweizer Fernsehen lässt sich in die Geldbörse schauen. Es ist, als ob die Armee veröffentlichen würde, was sie für’s Kerosin der Trainingsflieger ausgibt. Es ist, wie wenn die Schweizer Bundesbahnen die Kosten für die Reinigung der 1. Klasse Abteile ihrer Interregio-Züge deklarierte. Der sowieso schon grassierenden Polemik gibt das zusätzlichen Auftrieb. Und zwar nicht zu knapp. Die Privaten könnten das genauso gut, heisst es. Bloss billiger! Wirklich?

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Camping im Dschungel

Nach 10 Jahren und 8 Staffeln Dschungelcamp beschäftige auch ich mich noch mit dieser Sendung. Interessant ist das alleweil. Die wundersame Verwandlung vom trashigen „Unterschichtfernsehen“ (2004) zur „brillant gemachten RTL Lehrstunde“ (2014) macht neugierig. Verändert hat sich die Sendung in den zehn Jahren ja kaum. Nur die Rezeption scheint sich dem Format anzupassen. Nicht umgekehrt. Es ist, als ob ein subkulturelles Phänomen domestiziert und in der Mitte der Gesellschaft angekommen wäre. Das Dschungelcamp ist also der Punk der Flimmerkiste, Die Toten Hosen des Unterhaltungsfernsehens.

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