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Reisen

Fotografie.Welt.Bilder.

1 Es gibt Bilder, die gehen mir nicht aus dem Kopf. Das Mädchen Kim Phuc, das aus dem soeben mit Napalmbomben beworfenen vietnamesischen Dorf flüchtet, nackt, weinend, dem Fotografen Nick Ut entgegen. Uwe Barschel in weissem Hemd und schwarzem Schlips, tot, in einer mit Wasser gefüllten Badewanne. Marilyn Monroe, deren Rock sich hebt wie Engelsflügel, die Beine nackt bis zum weissen Schlüpfer. 2 Es gibt Bilder, die sind in unseren Köpfen gespeichert. Nicht so, wie eine Datei, in allen Details abrufbar. Viel mehr wie ein Wort, dessen Bedeutung uns bewusst ist oder ein Duft, den wir wieder erkennen.

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Mittelalter, Übernachtung inkl.

Rom ist nah. Wohin all die Strassen, Gässchen und Wege führen, bleibt jedoch oft unklar. Immer wieder lotst das Navigationsgerät in Engpässe, durch die sich selbst ein Cinquecento mit Heckmotörchen nicht quetschen liesse oder in Sackgassen, die zwischen überfüllten Containern und Pollern versickern. Aufatmen kann, wer in Navelli (oder dio mio anderswo) auf Anhieb statt der 60-Grad Spitzkehre jene im 80-Grad Winkel trifft und von da dem Massiv des Gran Sasso d’Italia entgegen fährt.

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Zeitbilder

Über 3000 Mal bin ich diese Strecke entlang den Bewässerungskanälen gefahren, passierte den Bahnübergang neben dem alten Haus mit dem wilden Garten, kam aus der Sonne in den Nebel zu den neuen glänzenden Hochhäusern in der Stadt. Die halbe Stunde Bahnfahrt ist zugleich Erholungs- und Erlebniszone. Das kleine Pendlerglück.

Es ist das Glück jener, die sich in Lektüre vertiefen, mit Weggefährten plaudern oder den Blick aus dem Fenster zu den vorbei ziehenden Bilder schweifen lassen.

Es ist dieser Blick aus dem Fenster, den ich immer wieder mit der Kamera fest halte – seit über 40 Jahren.


[youtube http://www.youtube.com/watch?v=Hae18ccRJdo]

.Das Zeitbild – „visuell erfasste Ontologie“ (*)

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Zeitbild? Bewegungsbild? Gilles Deleuze oder Henri Bergson habe ich nicht verstanden, werde es aber weiterhin versuchen. „Durch die Bewegung teilt sich das Ganze in die Objekte, vereinigen sich die Objekte im Ganzen, und genau zwischen den beiden verändert sich alles.“ (Gilles Deleuze, „Das Bewegungsbild Kino1“).

Noch lieber aber filme ich weitere 40 Jahre meine Ausblick-Fahrten. „Mit der geschärften Witterung des Grossstädters durchschreite ich den Trubel, während das Hirn leicht und präzis die Überfülle wechselnder Bilder zerschrotet“ (Ernst Jünger).

Statt sie zu zermalmen werde ich die Bilder  zu Sequenzen montieren. Nachdenken in Bildern.

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Aufnahmen: Sardinien, Kos, Genua, Russikon, Wil SG, Seedamm, Mailand, Cinque Terre, Venedig, Walenstadt….

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Frühlingsreise

Last Minute. Frühbucher-Rabatt. Annullations-Versicherung. Zeit = Geld = Zeit. Geschenkte Zeit ist  das nicht, diese 3-tägige Frühlingsreise in die Ostschweiz. Die Übernachtung heute Abend kostet mich einen Tageslohn.

Es ist Ende April. Die Wetterprognose: Heute letzte Schauer. Schnee bis 1500 m, dann Übergang zu sonnigem Wetter. Höchsttemparaturen übermorgen bis 27 Grad.

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(Bild-) Notizen von einer Fahrt durch die Ost-Schweiz. 250 Kilometer Distanz. Ricken, Hemberg, Ruppenpass, Bodensee, Konstanz, Wil, Hulftegg, Wald.

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Land am Rand

Anfang Oktober unternahm ich eine zweiwöchige Ferienreise nach Portugal. Portugal gehört zu den südlichen Euro-Ländern, die von der andauernden Wirtschaftskrise besonders betroffen sind. Für den Zeitraum meines Aufenthalts war ein Generalstreik angekündigt als Reaktion auf die von der portugiesischen Regierung angekündigten Sparmassnahmen.

Vor diesem Hintergrund in aller Ruhe Ferien zu verbringen, kam für mich nicht in Frage. Zumindest wollte  ich nicht einfach so tun, als wäre das Land nicht in einer besonders schwierigen Lage. Die Kamera half mir, das immer wieder zu vergegenwärtigen.

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Anmerkung

In der Anfangssequenz ist zu sehen, wie eine Frau den Rock über das Knie hoch zieht und sich nieder kauert, um eine Pfanne aus dem Küchenschrank zu ziehen (bei 01.24). Sie setzt sich NICHT auf die Toilette, wie das einige Nutzer zu sehen glaubten. Ich habe mir lange überlegt, ob ich das Bild aus dem Film schneiden soll. Das Thema des Filmes ist jedoch zu einem wesentlichen Teil der Voyeurismus. Deshalb beginne ich mit dem Blick in die fremden Wohnungen und schneide danach zur Sicht aus dem Fenster der Trambahn – der touristischen Sicht des Stadtrundfahrers schlechthin. Nicht nur weil ich mit diesem Voyeurismus kokettieren will, lasse ich das Bild im Beitrag. Ich finde auch den Effekt interessant, dass durch die Verminderung der Auflösung im Internet ein Bild falsch gelesen wird und durch ein nicht bedachtes Element eine völlige neue Bedeutung erhält. Die Möglichkeit bleibe euch erhalten, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen.

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