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Weltwoche

Die Köppelmaschine

Lieber wäre er Schlagzeuger geworden. Doch dazu fehlte ihm das Talent. Vielleicht war es auch ein Mangel an Lebenslust, Ungestümem, kindlicher Freiheit…. Was wäre aus ihm geworden, hätte er – nach dem frühen Tod der Eltern – mit ein paar Kumpels kräftig auf die Pauke gehauen, statt sich ans Schreibpult zurückzuziehen? Der Roger wird bestimmt mal Reporter, habe eine Lehrerin damals prophezeit. So ist es. Mehr noch. Aus Roger wurde die Köppelmaschine: eine endlos ratternde Meinungs-, Show- und Schreibmaschine zusammengebaut aus Verleger-, Chefredaktoren-, Provokateur-, (Um-) Gestalter-, Politiker-Teilen und mehr.

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Regenbogenpresse im Wahlkampf

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Umgekehrt gilt auch: wortreich lässt sich ins Bild hineinreden, was da gar nicht ist. Wer Bewegungsabläufe in Einzelbilder zerlegt, stösst auf weidlich Erkenntnis. So stellte Eadweard Muybridge 1887 dank seiner Reihenbilder fest, dass bei Pferden im Galopp jeweils für einen Bruchteil einer Sekunde alle Viere vom Boden abheben – die Pferde schweben.

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Götter des Gemetzels

Worte sind Waffen. Geschliffen und präzise geführt, fügen sie schwere Wunden zu. Noch verheerender sind Waffen, die unsachgerecht in blindem Furor auf die Opfer niedersausen. Ruf-Mord. Texte werden zu Hetzschriften, Autoren zu Manipulatoren, Leserinnen zu Verführten. Journalisten und Politikerinnen sind Heldinnen der Wortgefechte. Deshalb folge ich einigen von ihnen auf Twitter. Dort und in anderen sozialen Medien bilden sich Kreise, behagliche Blasen, in denen Gleichgesinnte zwirbeln. Gated communities. Sterne verteilen und Daumen hoch geht gut, Daumen runter gar nicht. Affirmation ist gut, Kritik ist schlecht.

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Einäugig Zweihänder schwingen

Erneut Indiskretionen im Fall des Christoph Mörgeli. Der Medizinhistoriker und SVP Politiker wurde vor rund 2 Jahren von der Uni Zürich entlassen. Eine Aufsichtskommission des Zürcher Kantonsrat hat sich mit „den Abklärungen rund um das Medizinhistorische Institut und Museum der Universität Zürich“ beschäftigt und seinen Schlussbericht verfasst. Der Bericht gelangte vor der offiziellen Präsentation an die Sonntagspresse, was gehörig Staub aufwirbelte. Staub, den einige Politakteure zu knallharten Klumpen ballten, die sie nun in die Menge dreschen.

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Rote Socken stopfen

Ein Mann hat Probleme bei der Arbeit. Schliesslich wird er entlassen. Seine Bekannten und Freunde stehen im bei. Sie begleiten und unterstützen ihn. Klar, Freunde tun das. Vielleicht machen sie ihm Mut, trösten ihn. Vielleicht versuchen sie sogar, beim Arbeitgeber ein gutes Wort für ihn einzulegen. Wir alle kennen solche Situationen. Das passiert jeden Tag. Überall. Ist die Entlassung erst ausgesprochen, ist es aber meist zu spät, um sich zu wehren. Sogar dann, wenn jemand ungerechtfertigt die Stelle verliert. Doch es gibt mutige, widerspenstige, unverschämte Menschen, die einen Stellenverlust so oder so nicht einfach hinnehmen.

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Deutsch und undeutlich

Im letzten Blogpost Lausebengel in Schreibstuben habe ich die linke Wochenzeitung mit der rechtsliberalen Weltwoche verglichen. Beide Blätter publizierten in ihrer letzen Ausgabe einen Beitrag zur Pädophilie-Initiative. Daraus zitierte ich. Beide Artikel schienen mir beispielhaft für die Semantik der Blätter. Da arslibertatis keinen nennenswerten Unterschied zwischen den Zitaten erkannte, möchte ich sie hier für eine vertiefte Textanalyse noch einmal ausbreiten. Ich finde, die Flughöhe der Texte sei problemlos zu identifizieren. Doch der Teufel steckt im Detail.

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Lausebengel in Schreibstuben

Langsam wird es ernst. Benzin rinnt in die Flamme. Mit jeder Ausgabe mischt das Wochenmagazin Weltwoche die Netzgemeinde auf. Pro und Contra fetzen sich von Ausgabe zu Ausgabe. Das behagt der WeWo-Redaktion. Aufmerksamkeit muss her. Denn das Unternehmen nuckelt offensichtlich am Hungertuch. Trotz Schulterschluss mit politisch zugewandter, potenter Werbekundschaft wie der Emil Frey AG – Toyota, Jaguar, Range Rover – und Firmen aus Christoph Blochers Umfeld, formiert sich Roger Köppels Mannschaft wohl für jeden zahlenden Leser zur Welle. Für Leser wie mich. Tja, tatsächlich kaufe ich dieses Magazin nun schon zum dritten Mal in Folge. Ich will mich aus erster Hand informieren, worüber sich einige in die Haare kriegen. Sonst lese ich das Blatt nämlich nur im Flugzeug, wo es schweizerische Arilines stapelweise auflegen. Soll ja die Auflage beflügeln…

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Die Medienlüge

„Gottlose Diebe – Banden plündern Opferstöcke“oder „Störfeuer gegen die Armee“ und „Holländer mit geladener Pistole unterwegs“, dann „Tiefere Steuereinnahmen befürchtet – Regierungsrat lehnt 1:12 Initiative ab. Setzen „linksliberal“ positionierte Redaktionen solche Überschriften? Bringt eine staatshörige Medienindustrie derlei Schlagzeilen hervor? Unsinn! Es sind Überschriften, die ich nach kurzer Stichprobe auf grossen Info-Portalen der Schweiz gefunden habe. Was Blick, 20minuten oder Tagesanzeiger veröffentlichen, ob online oder auf Papier gedruckt, was SRG-Sender spielen, was die privaten Fernseh- und Radiostationen senden, all das sei (grösstenteils) gleichgeschaltet und dem politisch links gerichteten Mainstream folgend. In dieses ideologisch geschnitzte Horn blies der amtierende Bundespräsident und SVP-Bundesrat Ueli Maurer am diesjährigen Verlegerkongress in Interlaken. Maurer setzt damit ein weiteres Glanzlicht auf die von bürgerlichen Politikerinnen und Politikern geführte intensive Kampagne gegen die Freiheit der Medien.

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Mission „Weltwoche“

Mit der Schlagzeile „Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz“ (Weltwoche 14/2012) hat der Stimmungsjournalisums der „Weltwoche“ einen weiteren Höhepunkt erreicht. Im Wochenrhythmus attackiert die Publikation Persönlichkeiten, Institutionen oder ganze Bevölkerungsgruppen. Die Redaktion gibt vor, über Missstände und politisch unerwünschte Realität zu berichten (Roger Köppel bei Welt Online). In erster Linie ist die „Weltwoche“ jedoch zum publizistischen Arm der Schweizerischen Volkspartei (SVP) geworden.

Dass das Renomée der Traditionsmarke „Weltwoche“ erst missbraucht und nun verscherbelt ist, muss man akzeptieren. Mit welcher Inbrunst die Redaktion und ihre Publikation konsequent konfrontiert und provoziert, ist weniger erträglich.

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Journalistenporno

Dabei spielt es keine Rolle mehr, wie unsorgfältig oder oberflächlich die Artikel recherchiert sind. Im Falle des Roma-Berichts mussten offensichtlich Internet-Recherchen und das Abschreiben anderer Veröffentlichungen (NZZ , 10vor10DOK SFgenügen. Der bisherigen Berichterstattung wurden keine neuen Erkenntnisse hinzugefügt. Sie wurden lediglich anders gewichtet. Die wordle-Auswertung lässt den Aussagewunsch des Artikels erahnen.

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