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August 2014

Blick aus dem Fenster

Wer im Zug von Bern nach Zürich fährt, bestaunt während ein paar Minuten die gigantische Dampfwolke über dem AKW Gösgen. Von hier kommt die Power. Wow. Zusammen mit vier weiteren Kernkraftwerken versorgt Gösgen 3 Millionen Menschen mit Strom. Der Bedarf ist da. In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Stromverbrauch pro Kopf mehr als verdoppelt. Bitter nötig haben wir das alles; für Unterhaltungselektronik, Kommunikation, Gebäudetechnik, Wäschetrockner oder diverse Pflege- und Kleingeräte. Rund die Hälfte unseres privaten Stromverbrauchs geht für befriedigtes Komfortempfinden drauf.

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Nachklang

Wieder ist ein Twitter-Account verschwunden. Passiert jeden Tag, jede Stunde, von Sekunde zu Sekunde. Wir kommen und gehen. Doch gestern geschah etwas Ungewöhnliches. Ein hartnäckiger, nicht abzuschüttelnder Widersacher, unzimperlich aber immer fair in seinen Aussagen, hat sein Profil gelöscht. Eine Kontrahentin – man könnte sagen, ein Opfer – schrieb folgende Tweets:  „Liebe (…) u andere Opfer von (…) Beschimpfungen. Ich habe heute seinen Arbeitgeber gewarnt – Noch eine Beschimpfung und drei Personen werden ihn anzeigen. Wer sich anschliessen will…“  Darauf er: „Ich bin draussen, tschüss zäme.“

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Bilderkriegsversehrte

Ein weiterer Krieg ist zu Ende. Zumindest vorübergehend. Kaum hat sich der Kanonenrauch verzogen, verschwinden die Berichte und Bilder aus dem Blickfeld. Während der Abspann noch läuft, scrollt bereits eine Bundeshaus-Sekretärin mit ihren Nackt-Selfies in den Vordergrund. Atombusen statt Raketenhagel. Beides bindet Aufmerksamkeit. Die Währung heute – egal, ob kommerzielles Medium oder privater Social Media Account. Herausstechen, einschlagen, auffallen. Bloss wie? Der nackten Sekretärin wurde das Gesicht verpixelt und ausgelöscht. Von ihr blieb nur der Körper. Und der Krieg? Dem wollen sie ein Gesicht geben. Dem Umfassbaren ein Antlitz aufsetzen, so dass wir es sehen können.

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Schriller die Glocken nie klingen

Jeweils am 1. August feiern einige Schweizerinnen und Schweizer den Geburtstag ihres Landes. Da und dort sind Häuser mit Fahnen geschmückt. Gemeinden organisieren Festreden. Es gibt Wurst, Brot, Bier, Kuchen und Kaffee in Bechern. Am Abend dann Feuerwerk und Höhenfeuer auf tiefen Wiesen. Viel Schall und Rauch. Friede, Freude, Rüeblitorte… Und Mythen. Die geladenen Festredner und Festrednerinnen gönnen sich ganz nach Parteicouleur ihre Sicht auf das Zusammenleben in der Schweiz. Die Rede des nationalkonservativen Politikers, Präsidenten des „Komitees gegen den schleichenden EU-Beitritt“ und eigentlichen Rockstars der Classe Politique, Christoph Blocher, zeugt besonders eindrücklich davon, wie realitätsfremd und geschichtsklitternd dabei das Publikum umgarnt wird.

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